Unser japanischer Gastschüler Naoki wird verabschiedet

Ein Schuljahr lang war Naoki (17) aus Japan Gastschüler in der Realschulklasse 10c.

naoki

Als er im August 2013 ankam, musste er einen dreiwöchigen Deutsch-Intensivkurs in Bremervörde absolvieren. „Am Anfang war das schwer. Ich habe die ersten drei Monate fast gar nichts verstanden. Meine Gastfamilie war sehr freundlich, sie hat immer zuerst einen Satz auf Deutsch gesagt, und wenn ich ihn nicht verstand, haben sie den gleichen Satz auf Englisch übersetzt.“ Auch während seiner Zeit an unserer Schule ging er zweimal die Woche weiter zum Deutschkurs am Bremervörder Gymnasium. In seiner Freizeit ging er gerne schwimmen, bowlen und vor allem Basketball spielen.

An unserer Schule hat es ihm gut gefallen. Seine Mitschüler fanden es interessant, ihn als Gastschüler begleiten zu dürfen. „Alle waren sehr freundlich und haben meine vielen Fragen beantwortet.“ Besonders gefreut hat ihn, dass er im Lauf der Zeit auch die Scherze der Mitschüler verstand und mitlachen konnte.

Im Unterricht kam er immer besser mit und nahm auch an den Abschlussprüfungen teil. In einigen Fächern bekam er sogar Zensuren ins Zeugnis, und zwar gute. Vieles war ihm völlig unbekannt. In Japan hatte er keinen Religionsunterricht und erfuhr hier erstmals etwas über Christentum und Hinduismus, über christliche Feste wie Weihnachten und Ostern. Spannend fand er auch Politik und Geschichte. Dass die Berliner Mauer ein Symbol des kalten Krieges ist, interessierte ihn vielleicht mehr als manchen deutschen Schüler. Im Gegenzug hielt er seinen Mitschülern ein Referat über die Atombombenabwürfe in Hiroschima und Nagasaki. Aber sein absolutes Lieblingsfach war Mathe, wobei Mathematiklehrer Lüdecke ihn so motiviert hat, dass er nach seinem Abitur in Japan Mathematik auf Lehramt studieren will.

Gerne würde er noch ein Jahr in Deutschland bleiben, aber seine Schule erlaubt nur eine Unterbrechung von einem Jahr. Er kam aus der 11. Klasse des Gymnasiums und muss jetzt wieder in die 11. Klasse einsteigen.

Schwer fällt ihm auch der Abschied von seiner Gastfamilie in Oerel, bei der er sich ausdrücklich für die freundliche Aufnahme in die Familie und die vielen Ausflüge bedankt, bei denen er einiges von Deutschland kennenlernen konnte.

lied