Auf den Spuren von Tetjus Tügel
oder
Wie kommt ein Tügel-Bild in unsere Schule?

Otto „Tetjus“ Tügel

Grenzgänger in Leben und Kunst

Wir, die Klasse 8c, waren am 1. April 2011 im Bachmannmuseum in der Tetjus Tügel - Ausstellung. Wir wurden von Corinna Cordes durch die Ausstellung geführt. Von seinen rund 4.000 Bildern waren 70 dort ausgestellt. Es war eine der umfangreichsten Ausstellungen über Tügel überhaupt.

Sie dauerte vom 6.März bis zum 1.Mai 2011. Es kamen mehr als 1500 Besucher aus ganz Deutschland.

Uns hat überrascht, dass er 11 Kinder hatte und mindestens sieben Mal verheiratet war. Er soll immer auf der Suche nach der großen Liebe gewesen sein. Er war nicht nur Künstler, sondern auch Schauspieler, Musiker und Autor. Er hat insgesamt über 5.000 Gedichte geschrieben (s. Lebens- lauf).

Nachdem wir so viel über Tetjus Tügel erfahren hatten, wollten wir aber noch mehr wissen, und zwar beschäftigte uns die Frage, wie ein Bild von ihm an unsere Schule gekommen war.

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„Quickhof“- Tetjus Tügels letzter Wohnort in Oese

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Tetjus Tügels Grabstätte auf dem Friedhof in Oese

Zeitzeugenbericht über Tetjus Tügel

Zeitzeuge Christoph Schnackenberg aus Oese berichtet:

„Tetjus Tügel war ein herzenslieber Mensch, er war immer nett zu allen. Wenn wir ihm bei kleinen Arbeiten geholfen hatten, gab er uns als Dankeschön 10 DM, was zu damaligen Zeiten viel Geld war. Tügel rauchte täglich 1-2 Schachteln Zigaretten, dadurch wurden nach gewisser Zeit die Wände in seinem Atelier gelb, deshalb haben mein Vater und ich die Räume häufiger streichen müssen.“

Wer weiß, wie dieses Bild an die Schule Geestequelle gekommen ist?

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Wir haben versucht herauszufinden, wie das Bild „Bauernhof im Frühjahr“ aus dem Jahre 1964 von Otto Tetjus Tügel, an unsere Schule gekommen ist. Dazu haben wir verschiedene Recherchen durchgeführt. Als erstes haben wir im Rathaus der Samtgemeinde Geestequelle nachgeforscht. Dort haben wir den Hinweis bekommen, dass eventuell Tügels Tochter Beate das Bild zuerst hatte und es dann der Gemeinde Barchel geschenkt hat.

Während eines Telefonats mit Tetjus Tügel jun. erfuhren wir, dass Beate inzwischen nach Süd-Afrika ausgewandert ist. Er sagte uns, dass sie keine Bilder des Vaters besaß. Mehr Auskünfte über das Bild konnte er uns leider nicht geben.

In der Schulchronik haben wir auch keine Hinweise auf das Bild gefunden. Außerdem haben wir Zeitzeugen befragt, die darauf hinwiesen, dass Tetjus Tügel vieles (z.B. Essen) mit Bildern bezahlt hat. Leider konnten wir nicht herausfinden, wie das Bild an unsere Schule gekommen ist. Deshalb würden wir uns freuen, wenn sich Leser dieser Seite in der Schule Geestequelle melden, die uns weitere Hinweise auf das Bild geben können.

Otto-Tetjus-Tügel

Name (bürgerlich): Otto Martin Eduard Tügel

Künstlername: Tetjus Tügel

Geboren am: 18. November 1892

Geburtsort: Hamburg

Beruf: Schriftsteller, Musiker, Maler, Kabarettist

Geschwister: 4

Lebenslauf:

Tetjus Tügel studierte 1909 einige Semester an der Kunstgewerbeschule in Hamburg. Von 1909 bis 1914 lebte er als freischaffender Künstler in Worpswede. Danach kehrte er nach Hamburg zurück. Von 1916 bis 1919 war er Soldat im Ersten Weltkrieg, danach kehrte er nach Worpswede zurück, wo er sich dann um 1930 in einer Einsiedelei „Marcus-Hütte“ zurückzog. Um 1939 war er Zeichenlehrer an einem Gymnasium in Bederkesa. 1951 zog er auf den Quickhof in Oese, wo er 1973 starb. Seine Grabstelle ist in Oese (s. Fotos).